
Die große Orgel in der Evangelischen Kirche zu Bukarest wurde im Jahre 1910 unter Opus 1592 von der Firma E. F. Walcker & Cie. aus Ludwigsburg als Taschenladenorgel gebaut. Die ziemlich grossen Kosten für diese damals „neue Orgel“, wurden durch mehrere Spenden aufgebracht worden. Für die Orgel spendeten u.a. König Gustav V. von Schweden, die Bukarester Deutsche Liedertafel, der Gemeindepräsident H. O. Schlawe u.v.a. Die originale Disposition von 1910 ist in einem Walcker-Prospekt dokumentiert und sieht wie folgt aus:
I. Manual – Hauptwerk C-g3 | III. Manual Fernwerk | |||||
Bourdon | 16’ | Echo Gamba | 8’ | |||
Prinzipal | 8’ | Gedeckt | 8’ | |||
Hohlfloete | 8’ | Vox angelika | 8’ | |||
Viola di Gamba | 8’ | Spitzfloete | 4’ | |||
Salicional | 8’ | Vox humana | 8’ | |||
Oktave | 4’ | Tremulant | ||||
Rohrfloete | 4’ | |||||
Cornett 3-4fach | ||||||
Mixtur 5 fach | ||||||
Trompete | 8’ | |||||
II. Manual Schwellwerk | Pedal C-f’ | |||||
Liebl.Gedeckt | 16’ | Contrabass | 16’ | |||
Geigenprinzipal | 8’ | Subbass | 16’ | |||
Flûte harmonique | 8’ | Salicetbass | 16’ | |||
Aeoline | 8’ | Gedecktbass Tr. v. 11 | 16’ | |||
Voix céleste ab c | 8’ | Violon Tr. v. 12 | 8’ | |||
Bourdon | 8’ | Oktavbass | 8’ | |||
Gemshorn | 4’ | Posaune | 16’ | |||
Flûte traversière | 4’ | |||||
Flautino | 2’ | |||||
Harmonia aetheria 4f | ||||||
Oboë | 8’ | |||||
NORMALKOPPELN | SPIELHILFEN | |||||
III/II | Piano Ped frei einstellbar | |||||
III/I II/I | 2 FK, P-MF-F-TT | |||||
I/P II/P III/P | Schwelltritt II | |||||
Schwelltritt III | ||||||
Sub II/I | Windanzeiger | |||||
Super II/I | Crescendo „ab“ | |||||
Super III | HR „ab“ | |||||
Die Orgel wurde nach einem Brandschaden, der sich Januar 1912 ereignete, noch im selben Jahr bei Walcker unter der Opusnummer 1708 neu gebaut und im Dezember 1912 wieder eingeweiht. Dabei wurden die Restteile der Orgel nach Ludwigsburg verfrachtet und wieder verwendet.
Bei dem Neubau unter Opus 1708 wurden die Metallpfeifen des I. Manuals neu gefertigt sowie der komplette Prospekt. Es wurden außerdem alle elektropneumatischen Relais erneuert, der Spieltisch wurde überarbeitet. Es wurde das Fernwerk „wieder-erstellt“ und die Orgel komplett gereinigt. Im II. Manual wurde an Stelle der Flûte harmonique 8’ eine Viola 8’ eingesetzt.
An die 100 jährige Geschichte der Orgel erinnert auch eine sehr schöne Marmortafel, die sich im Vorraum unserer Kirche befindet. Der goldgemalte Text dieser Tafel endet mit einem Zitat aus Psalm 150 (Vers 6): Alles, was Odem hat, lobe den Herrn ! Halleluja!.
Seit 2008 ist diese Orgel wegen starker Abnutzung und Schäden nicht mehr spielbar. Es ist ein Anliegen der Gemeinde, dass dieses wertvolle Musikinstrument nicht unbeachtet bleibt.